Von der Bürgerinitative zur Genossenschaft

Kleine Chronik der Rheinpreußensiedlung

 

Zeitraum 1876 bis 1965

1876 Beginn der Kohleförderung in Homberg.


1897-1905 Bau der Rheinpreußensiedlung für Bergleute in Homberg (etwa 1700 Wohnungen). Anwerbung von Bergleuten in ganz Deutschland und im Ausland, vorrangig in Österreich.


1913-1914 Bau Johannenhof als zusätzlicher Teil der Rheinpreußensiedlung für Angestellte der Zeche (100 Wohnungen).


1925 Ende der Kohleförderung in Homberg, Bergleute arbeiten in Zechen außerhalb von Homberg.

 

 

Zeitraum 1966 bis 1974 (einschl. Bürgerverein)

1966 Verkauf der Siedlung an die Baufirma Kun, die den Abriss des gesamten Bestandes und eine Neubebauung plant.


1967 Stadtverwaltung und Rat der damals selbständigen Stadt Homberg planen und beschließen erste Bebauungspläne. Wohnungskündigungen und erste Abrisse von Häusern.


1968 Gründung des „Bürgerverein Rheinpreußensiedlung“, später umbenannt in „Bürgerverein Hochheide“ mit dem Ziel des Erhalts der Siedlung. Nach einiger Zeit mangels Erfolg Beendigung der Tätigkeit.


1973 Ein Großteil der Siedlung ist abgerissen und durch Neubauten (Hochhäuser mit 22 Geschossen) ersetzt.  Baufirma Kun geht in Konkurs. Stillstand von weiterem Abriss und Neubau Gläubigerbanken verfolgen aber weiter die Abriss- und Neubaupläne. Noch etwa 600 Wohnungen erhalten.

 

 

Zeitraum 1975 bis 1983 (einschl. Bürgerinitiative)

 1975-1977 Gründungen der Bürgerinitiative Johannenhof und Bürgerinitiative Rheinpreußensiedlung, die sich später zusammenschließen. Umfangreiche Aktivitäten und Aktionen der Bewohner (Mieterversammlungen, Briefe, Gespräche, Demonstrationen, Mahnwachen, Hungerstreiks, Medienarbeit). Vielfache Unterstützung von Musikern, Künstlern, Juristen, Stadtplanern, Hochschullehrern, Studenten. Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen in einer Arbeitsgemeinschaft.


1978 Erhalt der Rest-Siedlung gesichert, aber Gläubigerbanken beginnen mit dem Verkauf der einzelnen Wohnungen (Privatisierung). Erneute Aktionen.


1979 Unbefristeter Hungerstreik vor dem Rathaus Duisburg, um den Einzelverkauf zu stoppen. Nach 18 Tagen Hungerstreik, Ankauf der nicht privatisierten 403 Wohnungen durch die Stadt Duisburg, überwiegend finanziert durch das Land NRW. Der Erhalt der nicht privatisierten 403 Wohnungen als Mietwohnungen wurde somit dauerhaft gesichert.


1980-1982 Gespräche und Überlegungen bezüglich der Zukunft und Sanierung mit Bürgerinitiative, Stadtverwaltung und Ministerium.

 

 

Zeitraum ab 1983 (einschl. Genossenschaft)

1983 Anfrage des Wohnungs- und Städtebauministeriums Düsseldorf, ob die Siedlung eine Genossenschaft werden will. Intensive finanzielle Überprüfung und Diskussion mit den Bewohnern. Ergebnis: Eine Bewohnergenossenschaft wird angestrebt. Danach Abstimmung in der Siedlung: 55 % für eine Genossenschaft, 45 % für die städtische Homberger Wohnungsgesellschaft.


1984 Nach Erstellung einer Satzung und positivem Gutachten des Prüfungsverbandes Gründung der „Wohnungsgenossenschaft Rheinpreußensiedlung eG“.


ab 1985 Übernahme der Siedlung und dauerhafte Verwaltung durch die Genossenschaft unter ständiger Beteiligung der Bewohner. Beginn der  Instandsetzung und der mit den Bewohnern abgestimmten Teilmodernisierung, die nach einigen Jahren erfolgreich abgeschlossen wurde.